5.000km Europa - Teil 4

Italien - Toskana

slowenien kroatien mit dem motorrad

Ti amo, Ti amo...

Ein Bericht aus unserem alten motorrad-blogbuch.de - Die Transalp/Triumph Street Triple Zeit

Teil 1:  Buchholz - Allgäu
Teil 2: Österreich - Südtirol
Teil 3: Slowenien/Kroatien
Teil 4:  Italien/Toskana
Teil 5: Fazit und Etappenplan

Wann wird s mal wieder richtig Sommer?

Kapitel 4: Ancona - Siena - Gardasee - Allgäu - Gersfeld - Buchholz - Gersfeld - Buchholz

Eigentlich schon ein Tourentipp: Die Strecke Ancona-Siena

 

Ancona empfing uns mit einem wunderschönen Sonnenaufgang und 2-4 starken Kaffee. Optimistisch starteten wir Richtung Toskana. Hier unsere Monstertour*:

*Wie ich gerade höre war die Route teilweise anders, als beschrieben. Gerade zw. Cagli & Citta di Castella, scheinen wir direkter gefahren zu sein, durch die Berge. Wir hatten dort 2-3 Pässe mit drin. Das war so verworren, das können wir jetzt nicht mehr herausfinden ;-)

Los geht`s von Ancona

Was nun folgte war eine der abwechslungsreichsten, anstrengendsten, nervigsten und schönsten Etappen dieser Reise. Wir dachten es sei ein guter Plan an der Küste entlang zu fahren, aber die Strassen waren enorm voll. Es ging im Schritttempo voran und auch die italienischen Fahrkünste machten uns keinen Spass. So entschloss sich der Roadchief (U.Schi) in Mondolfo Richtung Pergola abzubiegen. Ein 1a Entscheidung. Zunächst fuhren wir recht unspektakulär über das Land, waren aber froh, daß wir den "Starkverkehr" hinter uns gelassen hatten. Die ganze Route wurde immer "naturmässiger". Herrliche kleine Hügel mit tollen Ausblicken, altertümliche Orte (mit schicken kleine Cafes und super Cappuchino). Teilweise auch richtige Bergpässe, schlechte, löchrige Wegstrecken, menschenleere Gebiete bis später hin zum Wechsel in die atemberaubende toskanische Landschaft.

In der Toskana angekommen wurden wir langsam unruhig, denn Siena erschien uns doch zu weit und so fragten wir nach preiswerten Unterkünften. Schnell stellte sich heraus, daß unsere Vorstellungen von preiswert ganz Andere waren, als die der toskanischen Vermieter. Gut, es gibt hier ja wohl auch Zeltplätze, oder? Bevor wir dies klären konnten brach ein Unwetter aus, wie es die Toskana wohl nur alle paar Jahre sieht. Schwerster Starkregen über bestimmt 1-2 Stunden. Die Strasse stand unter Wasser und die Besucher der Bar, in die wir uns gerettet hatten, sahen sich nur fragend an. Das kannten sie wohl selber kaum.

 

Ja, Zeltplatz. Der sollte irgendwo, sonstwo in der Walachei sein. Die konnten wir aber auf der Karte nicht finden. Es wurde auch immer später und wir erschöpfter. Waren ja schon lange, auf anspruchsvollen Strecken gefahren und hatten die Nacht vorher kaum geschlafen.

Nachdem sich der Regen gelegt hatte entschieden wir einfach in Richtung Siena weiter zu fahren. Für alles Andere waren wir zu erschöpft. Ob Ihr s glaubt oder nicht: Auf dem ganzen Weg gab es keine (bezahlbare) Übernachtungsmöglichkeit. Jedoch war die Landschaft ein absoluter Traum Postkartenmotive der Toskana reihten sich aneinander. Hier übertreibt niemand, wenn er sagt, daß die Toskana landschaftlich kaum zu übertreffen ist.

Um nicht zu ausschweifend zu werden: Letztendlich landeten wir irgendwann abends in Siena. Hier gab es sehr stadtnah einen Campinplatz (www.sienacamping.com), der sogar eine "Cabin" für uns hatte. Ein tolles modernes Plasikhäuschen für € 50,- die Nacht - Was in Anbetracht der sonstigen Preise dort wirklich als Schnäppchen zu werten ist. Der Platz ist sehr sauber, die Sanitäranlagen gepflegt und das Essen im Restaurant ausgesprochen gut. Den Platz können wir also absolut weiterempfehlen.

Nach einem Teller Nudeln und 2-3 Bier legten wir uns völlig erschöpft ins Bett. Prasselnde Regen wiegte uns in den Schlaf...

Was gab es da sonst noch ? Die Triumph machte keinen Mucks mehr. Klack, Klack...zuviel Wasser drin. Netterweise konnte uns die örtliche Triumphwerkstatt am nächsten Tag weiter helfen.

Siena

Was soll man über Siena sagen ? Toll, einmalig, granate!? Wenn man in der Nähe ist, ist ein Besuch Pflicht (de.wikipedia.org/wiki/Siena).

 

Vom Zeltplatz fuhren wir mit dem Bus in die historische Altstadt. Für diesen Besuch sollte man einen Tag einplanen, denn es gibt viel zu sehen. Für den normalen Autoverkehr scheint "die City" gesperrt zu sein, wobei Anwohner und Taxen eine Ausnahmegenehmigung haben. Aufgrund des minimalen Verkehrsaufkommen wirkt die Stadt sehr ruhig, auf uns schon fast entspannend und das obwohl tausende von Touristen die teils engen Gassen und den Piazza del Campo bevölkern. Auf der Piazza findet auch das weltberühmte Pferderennen/Palio di Siena statt (de.wikipedia.org/wiki/Palio_di_Siena). Wir haben uns durch Siena treiben lassen. Uns einen Tag entspannt mit dem Strom bewegt und uns hier wohlgefühlt. Wenn Ihr könnt solltet Ihr Euch Siena ansehen.

Bis dahin sagen die Fotos mehr als Worte:

Siena - Gardasee

Aber es ist nun mal wie es ist. Wir hätten gerne noch ein paar Touren durch die Toskana gemacht und uns die Landschaft angesehen, Florenz, Pisa und Lucca besucht, aber das Wetter war einfach zu schlecht.

Regen + Motorradfahren = Keine schöne Kombination.

Die Wetteraussichten waren zudem alles andere als gut und so fuhren wir langsam wieder Richtung Norden. Wir entschieden uns für eine Autobahnetappe von Siena an den Gardasee. Keine gute Entscheidung. Zunächst fuhren wir über wahnsinng schlechten italienischen Bundesstrassen (so hätten wir uns das vlt. in Rumänien vorgestellt), dann auf der Autobahn. Dort: Starkregen bei Tempo 40 und LKW Fahrer, die einen von der Strasse pusten wollten. Ein traumhafter Stau bei Bologna und zur Krönung verliert U.Schi noch Ihr Autobahnticket - Ist einfach aus dem Tankrucksack geflattert...Zum Glück half uns ein sehr netter Autobahnmitarbeiter und wir mussten trotz mehrerer Gesetzesübertretungen keine Strafe zahlen und unsere Moppeds wurden nicht eingezogen.

Weiter auf der SS434 Richtung Mantova - Hässlich! Rumpelstrassen, als ob der Asphalt erst vor 2 Wochen erfunden worden wäre. Letztendlich völlig kaputt in Peschiera am Gardasee gelandet. Hier fragten wir uns, warum am Gardasee überhaupt Urlaub gemacht wird?

Der Zeltplatz sollte für 2 Pers. + Zelt 57,- Euro kosten (Die Motorräder sollten draussen bleiben). Abzocke! Letztendlich landeten wir in einem 60er Jahre Hotel, das schlappe 87,- Euro inkl. Frühstück von uns forderte. Das war zumindest nicht unser Ding.

Der Umut wurde jedoch durch einen schönen Sonnenuntergang direkt am Gardasee besänftigt. Das anschliessende leckere Abendessen (Pizza & Nudeln) in einer Bikerkneipe rundete den Abend ab. Letztendlich ist das Gebiet um den See wohl auch ein richtig schönes Areal für Motorradtouren. Wir waren ja auch nur eine Nacht und völlig kaputt am südlichsten Zipfel, weshalb wir nicht soviel über die Region erzählen wollen. Was aber wohl bleibt ist, dass das Preis- Leistungsverhältnis nicht das Beste ist. Vielleicht hatten wir hier einfach nur ein bisschen Pech? Who knows?

Vielleicht gucken wir uns das ja irgendwann nochmal an ;-)

Wie geplant donnerten wir am folgenden Tag über den Brennero Richtung Allgäu.

Gardasee-Sonthofen-Buchholz

Relativ unspektakulär gestaltete sich unsere Rückfahrt vom Gardasee Richtung Allgäu. Da die Strassen um den Gardasee extrem voll waren entschlossen wir uns direkt auf die Autobahn Richtung Brenner zu fahren. Eine gute Entscheidung. Die Fahrt verlief eher unspektakulär, wenngleich natürlich der Brenner für Norddeutsche auch ein besonderes Erlebnis darstellt. Aufgefallen sind uns noch die vielen Heizer (in Autos), die das scheinbar nicht konnten und uns diverse Male geschnitten haben.

 

Die komplette Motorradetappe von Siena nach Deutschland hat uns an Autobahngebühren übrigens ca. 45,- Euro gekostet. (inkl. Österreichischer Vignette für 7 Tage). Gerade den kleinen Teil in Österreich sollte man auf der Autobahn fahren, da es sonst nahezu unmöglich sein soll sein Ziel zu erreichen.

 

In Ofterschwang (bei Sonthofen) angekommen hatten wir Glück. Die von uns auf dem Hinweg besuchte Pension "Am Mühlbach" hatte noch ein Zimmer frei. Yes. Nach einem sehr leckeren Abendessen im Cafe Mayr, in Ofterschwang (Tipp! www.cafe-mayr.de) und einer erholsamen Nacht freuten wir uns auf eine zweite Allgäu Runde. Wir besuchten die Breitach Klamm (ein Naturspektakel), die Skiflugschanze in Oberstorf und den "Held Store" in Sonthofen.

Ein durchweg runder Tag.

Am nächsten Tag ging es dann endgültig Richtung Heimat. In zwei Etappen (Sonthofen-Fulda; Fulda-Buchholz) fuhren wir gemütlich nach Hause. Eine schreckliche Übernachtung in Gersfeld, Starkregen und Staus liessen es uns nicht langweilig werden. Glücklich und erschöpft trafen wir gegen 18:00 Uhr in Buchholz ein.

 

Erlebnissreiche, anstrengende, tolle, aufregende Tage lagen hinter uns - Eigentlich könnten wir gleich weiter fahren!

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