Lesestoff Motorrad

Ich lese zwar viel und gerne Motorradliteratur komme aber selten dazu sie vorzustellen. Dies liegt u.a. auch daran, dass es zm teil schwer ist eine Genehmigung zur Darstellung des Covers etc. zu bekommen. So wird eine Buchvorstellung oft zeitmäßig zu aufwendig. Hin und wieder schaffe ich es trotzdem:

Alpenstrassenführer - Der Denzel

Ein Buchtipp:

HMT - DFie Hamburger Motorrad Tage

Heute melde ich mich nur kurz mit einer kleinen Buchvorstellung. Viele von euch mögen dieses Buch schon kennen, wir sind durch einen Tipp darauf aufmerksam geworden. Es geht um das Standardwerk in der Planung von Touren durch die Alpen:

 

Der grosse Alpenstrassenführer – kurz „Der Denzel“

 

Der Denzel erschien zum ersten Mal 1956 und hat sich zu recht als großartiges Planungsutensil für Alpentouren, unter Anderem mit dem Motorrad, gemacht. Bei unserer Tour durch Savoien/Frankreich im letzten Jahr, haben wir viele Berge und Touren bei Alpenrouten.de (www.alpenrouten.de) gefunden. Dies ist sicherlich auch eine tolle Ressource, wenngleich der Denzel in Buchform auch richtig viel zu bieten hat.

 

Mittlerweile gibt es das Buch in der 26. Auflage. Auf über 600 Seiten findet ihr hier wohl alle anfahrbaren Berge in den Alpen, also in Österreich, Frankreich, Italien, der Schweiz und mehr.

Alles sehr gut und übersichtlich in einzelne Regionen aufgeteilt. Weiterhin werden die einzelnen Berge und Pässe in Schwierigkeitsgrade von SG1-SG5 eingeteilt, was bei der Planung sehr hilfreich ist. Selbstverständlich werden auch Angaben zu Höhen und Steigungen und Strassenprofil gemacht.

 

Diverse schöne Fotos, Wegbeschreibungen, Übersichtskarten und Beschreibungen von Anfahrten und Pässen geben ein stimmiges Gesamtbild ab. Ich glaube, hier sind alle Berge drin?!

Strassenkarten, Fotos, Beschreibungen
Der Denzel von innen

Preis und so...

Man merkt, im Denzel steckt viel Erfahrung, dass Buch wirkt aufgeräumt und übersichtlich.

Wir sind Fans.

 

In der Vorbereitung des nächsten Urlaubes wird sofort das Fernweh geweckt. Das Buch lädt zum schmökern ein und verkürzt die Zeit, bis die vorgeschlagenen Berge live befahren werden können.

Grosser Alpenstrassenführer, erschienen im Denzel Verlag
624 Seiten, 26. Auflage, erschienen Juni 2016
Über 700 Hochstrassen für Motorrad und Auto
Preis: € 49,90

So sieht er aus:

Ausserdem:

 

Im Denzel Verlag sind ausserdem einge Bücher für Motorrad Touren (Westalpen/Ostalpen etc.) erschienen, die wir jedoch noch nicht getestet haben.

Tipp: Wir haben unseren Denzel bei ebay erstanden. Hier werden gelegntlich Rückläufer oder Bücher mit leichten Fehlern angeboten. Das war dan viel preiswerter.

 

 

 

http://www.denzel-verlag.de/

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung des Denzel Verlags/Harald Denzel

 

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Über die Anden bis ans  Ende der Welt

Worum gehts?

Über die Anden bis ans andere Ende der Welt
Mit freundlicher Genehmigung des Dumont Verlages

Im Winter „lese ich ja lieber Motorrad“, als das ich fahre. Meine Gattin schenkte mir glücklicherweise den Reisebericht „Über die Anden bis ans Ende der Welt – 8.000 Kilometer Motorrad extrem“ zu Weihnachten.

 

Bei Thomas Aders Werk handelt es sich um ein persönliches Tagebuch, das zur seiner ARD Dokumentation eines Motorradabenteuers von Peru nach Feuerland erschienen ist.

Thomas Aders, der als Korrespondent der ARD in Südamerika arbeitete, unternahm diese abenteuerliche Tour mit einem „Local Guide“, der sicherlich auch dafür sorgte, dass die interessantesten und spannendsten Orte auf dieser Route angesteuert werden konnten.

 

Nicht verschweigen sollte man allerdings auch, dass ein Team von insgesamt ca. 12 Personen an den ARD Aufnahmen beteiligt waren.

Also fette Produktion mit Jeeps und riesigen Kamerakränen und allem dazugehörigen Pipapo, wie wir es von "longway round" kennen.

Man könnte sagen, dass ich als GEZ Zahler und (ihr natürlich auch) die Reise/Dokumentation finanziert haben ;-)

 

Dafür bekommen wir aber auch etwas: Einen schönen und interessanten Bericht über einen für mich relativ unbekannten Kontinent. Als besonderen Bonus für mich und zufällig, las ich das Buch zu dem Zeitpunkt, als die Dakar Rallye stattfand.

Die im Buch beschriebene Tour nimmt zum Teil die gleiche Route, wie dieses sagenumwobene Rennen. Ich hatte zum Beispiel noch nie etwas über den Salar de Uyuni, den größten Salzsee der Erde gehört. Wie doof von mir... Schwups, las ich Thomas Aders Bericht über seine Überquerung und verfolgte parallel Matthias Walkner, einen österreichischen Motorradfahrer, bei seinen Versuchen diese Etappen der Dakar Rally unbeschadet zu überstehen. Das war spannend und unterhaltsam zugleich.

Warum es sich lohnt das Buch zu lesen:

Thomas Aders ist in erster Linie Journalist und nicht Motorradfahrer. Und das merkt man diesem Buch an, denn es ist hervorragend geschrieben und angenehm zu lesen. Aders hat einen schönen Schreibstil, der oft zum Schmunzeln anregt. Das macht Spass. Der Mann weiss wie man schreibt, und liefert mit seinem Werk eine tolle stilistische Alternative zu vielen Reiseberichten, die von „reinen“ Motorradreisenden zusammengezimmert werden. Diese Bericht wo sich die eigenen Gehirnwindungen verdrehen und man lieber Fotos der jeweiligen Reise betrachten würde, es dann aber doch liest, weil Motorradreiseberichte immer gut sind ;-)

Bei über die Anden bis ans Ende der Welt handelt es sich sozusagen um ein richtiges Buch. Eine schöne Bettlektüre o.ä.

Was steht drin?

In der Hauptsache ging es dem Team ja darum einen Filmbericht über ihre Reise zu machen. Dies beinhaltet, dass möglichst schöne, spektakuläre Bilder erstellt werden sollten. Dementsprechend wurde wohl auch die angesteuerten Ziele ausgewählt (was dem Buch aber keinesfalls schadet).

Peru, Bolivien, Chile, Feuerland – So lautet die Route dieser 8.000 Kilometer langen Reise, die die beiden Protagonisten auf zwei Honda Falcons (250 ccm) unternahmen. Thomas Aders ist ein Südamerika Fachmann und so erfährt man viel über die Kultur, die Menschen, die besonderen Plätze und das Leben in Südamerika (zumindest an der Westküste). Für jemanden wie mich. Der noch nie diesen Kontinent besucht hat und wenig über diese Länder weiss, ist die Lektüre eine wirkliche Bereicherung gewesen. Es geht auch um Sandsurfen, catchende Frauen, Männer die einen Berg weiss anmalen u.v.m.

Klingt gut, oder?

Gegen Ende wird das Buch für mein Empfinden ein wenig schwächer. Vielleicht war der Autor erschöpft oder er musste einen neuen Job antreten ;-)

Fazit

Ein absolut lesenswerter Reisebericht für alle Motorrad Reisenden und Südamerika Interessierten. Kaufen, Lesen, Spass haben.

 

Erschienen 2013 bei Dumontreise.

303 Seiten

Taschenbuch - € 14,90

 

 

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Ted Simon - Jupiters Träume

Worum gehts?

Ey, das gibt s doch seit 100 Jahren!? Ja klar, macht aber nichts!

Ich hab das Buch ja schliesslich auch erst jetzt gefunden. Für die, die Jupiters Träume noch nicht kennen - Hier mein Eindruck: Ich habe das Buch bei Globetrotter in Hamburg gekauft, weil ich irgendwo im Netz gelesen hatte, dass Ted Simon einer der ersten Menschen war, die eine Weltreise mit dem Motorrad unternommen haben und das ab 1973. Sein Gefährt war eine Triumph Tiger (die allerdings nichts mit dem heutigen Modell zu tun hat).

 

Mit 70 Jahren wiederholte Ted seine Reise. Das klang spannend. Der erste Band (die Reise aus den 70ern) Jupiters Fahrt, der als Klassiker der Motorradreisebücher gilt, war vergriffen. So nahm ich mir das neue Werk vor, zumal Simon seine beiden Trips vergleicht und sich viele Erlebnisse die im ersten Buch geschildert werden in seinem zweiten Reisebericht wieder-finden.

Was mir gut an dem Buch gefällt

Einem Menschen der mit 70+ eine Weltreise mit dem Motorrad angeht gehört mein größter Respekt. Also mein schwacher Körper wird das mit 70 nicht mehr mitmachen. Da kann ich ne Welttour zum nächsten EDEKA mit meinem Rollator in Angriff nehmen.

 

Besonders interessant und deshalb auch lesenswert sind definitiv die Veränderungen die Simon in den einzelnen Ländern feststellt und beschreibt. Sein persönlichen Erlebnisse und Empfindungen geben einen Hinweis darauf, dass sich unser Planet und deren Bewohner tatsächlich verändert haben. Diese Veränderungen bewertet er eher negativ (Stichwort Globalisierung). Simon präsentiert zwar keine sensationellen Neuigkeiten, aber seine Sicht der Dinge und die wirkt authentisch.

 

Was Ted auch feststellen muss ist, dass es gar nichts besonderes mehr ist eine Weltumrundung mit dem Mopped zu machen, weil seine "Nachfahren" mit GS und Co diese Form der Reise mittlerweile zur Normalität haben werden lassen. Er ist nicht mehr der Exot aus den 70er Jahren, sondern einer von vielen.

 

Auch wenn ich das Buch gerne gelesen habe ist es für mich kein 100% fesselndes Werk . Vielleicht liegt das gerade an den Vergleichen die Ted Simon zu seiner ersten Reise zieht. Das Erlebte passiert eben selten ein zweites Mal auf die gleiche Art und Weise und so klingt er selten begeistert oder fasziniert.

Simon schreibt meiner Meinung nach auch seinem Alter entsprechend. Gut, aber nicht modern, worauf ich mich als Leser zunächst einstellen musste. Mir fehlt da manchmal etwas pepp.

Simon ist kein Motorradfreak, sondern Weltreisender und das merkt man seinen Berichten an.

Mir fehlt hier und da etwas mehr "Biker Romantik".

Soll das so?

Vielleicht ist das Buch aber auch einfach nicht so gut übersetzt. Es werden doch recht untypische (Motorrad-) Begriffe verwendet. Ich vermute mal, dass die wenigsten von Euch den "...Richtungsanzeiger" (S. 379) verwenden und statt dessen eher mit dem Blinker arbeiten. Das passiert häufiger in dem Buch. Hin und wieder wirkt das so, als ob ein Dictonary oder "Google translate" bemüht worden wäre. Teilweise bin ich mir auch nicht sicher, ob Simon tatsächlich diese Adjektive ( wie-worte ;-) ) benutzt hat oder ob hier ein bisschen bei der Übersetzung verloren gegangen ist?

Ist mir Ted Simon nach der Lektüre des Buches symphatisch? Teils, teils. Ich schwanke da so ein bisschen, aber das müsst ihr selbst herausfinden.

Anfängerfehler

Wie ich leider erst jetzt (nach Rücksprache mit rororo) festgestellt habe, ist das Buch z.Zt. gar nicht erhältlich. Shame on me. Ein paar Exemplare schwirren noch im Netz umher, gebraucht findet man dieses Buch bei den einschlägigen Internethändlern. Sorry.

Fazit

Egal: Trotz meinen Kritikpunkten kann ich das Buch jedem "Biker", den die Thematik Urlaub mit dem Mopped interessiert empfehlen. Aber nicht nur Bikern, sondern auch jedem, der gerne in die Welt der Abenteuer eintaucht. Mich regt es zu weiteren Reisen an und zuweilen findet ich mich selbst und selbst Erlebtes in den kleinen Geschichten am Rande wieder.

Lesenswert und als Geschenk gut geeignet.

 

Ted Simon - Jupiters Träume

Mit dem Motorrad um die Welt (rororo)

Deutsche Version 2009

Preis bei Globetrotter / Okt. 2014: € 9,95

*Leider aktuell vergriffen (17.10.14)

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Australisches Abenteuer

Ein tolles Filmchen auf youtube

Mit freundlicher Genehmigung von David Darcy
Mit freundlicher Genehmigung von David Darcy

Australien, ein Traumland! U.Schi und ich wollen unglaublich gerne, in nicht zu ferner Zukunft, eine Australien Reise mit dem Motorrad machen. Am besten einmal rund herum, an der Küste entlang. Geil! Anlaufstationen hätten wir, weil Ihre Mutter "halbe" Australierin ist. Da kann eine kleine vorab Recherche ja nichts schaden!?

 

Unsere Informationssammlung starten wir bei YouTube, denn da kann man wohl die meisten und vlt. auch besten Reiseberichte von anderen Motorrad Abenteurern finden.

Gleichzeitig wollten wir unseren neuen Google Chromecast Dongle ausprobieren (den ich weiter unten beschreibe - Google C-Cast), mit dem man u.a. YouTube Filme auf den Fernseher übertragen kann.

Wir also so bei YouTube rumgesucht und relativ schnell fündig geworden.

Auch wenn dieser Film vermutlich nichts mit der von uns geplanten Reise zu tun hat, möchte ich darüber berichten.

Wir beide also schön gemütlich auf dem Sofa eingerichtet und den Play Button gedrückt:

Der YouTube Kanal "Dirt Bike TV" erzählt in 6 Episoden von einem Haufen nicht mehr ganz so taufrischer Herren, die durch das Australische Outback "knallen" wollen. Die Simpson Desert ist das Ziel. (http://de.wikipedia.org). Die einzelnen Folgen beschäftigen sich von den Vorbereitungen, z.B. der Präparation der Bikes, bis zum Durchfahren der Wüste, mit all seinen Schwierigkeiten.

 

In den sehr professionell verarbeiteten, tollen Bildern, sieht man einen Teil der Schönheit dieses Kontinents, bekommt aber auch ein Gefühl für das rauhe, unbezwingbare, des australischen Hinterlandes.

Die älteren Jungs;-) zeigen nun was Ihnen auf Ihren unterschiedlichen Etappen widerfährt. Die Meisten verwenden für dieses Abenteuer eine KTM 690, verwegen wird es mit einer DR Suzuki 800 Big (ich glaube zumindest, dass es eine ist). Stürze, Verletzungen, Pannen, Party hier ist alles dabei. Lustig ist auch die Sprache. Australisch. Also australischer Akzent*. Nur teilweise zu verstehen (zumindest für mich und U.Schi), aber ein Ohrenschmaus ;-) Was wir auf jeden Fall verstehen ist, dass die Truppe einen sehr schönen, feinen Sinn für Humor hat. Die toll ausgewählte Musik rundet die Episoden ab.

 

Dieser Teil der Reise fand im Rahmen des "Continental Drift" von David Darcy und Darren Higginson statt (England-Australien, über ganz viele Umwege) und diente auch einem guten Zweck: Spenden sammeln für die Krebsforschung in Australien und Großbritannien.

 

* Es fahren allerdings auch Engländer mit ;-)

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