Schottland:Motorrad 3

Teil 3: Edinburgh - Loch Leven - Raj Mahal

Schotish Breakfast - Schottisches Frühstück

Jetzt werden es doch vier Teile Reisebericht Schottland...Einfach zu viel erlebt.

Es ist ja nun nicht so, dass Schottland / Großbritannien ausschließlich für gutes Wetter bekannt ist. Man sagt dieser Insel doch eine leichte Tendenz zu grauem Himmel und Regen nach...

Nach überstandener Nacht in unserem herrschaftlichen Zimmer schlurften wir, noch müde und ein bisschen erschöpft, zum Frühstück. Das ganze Ambiente im Green Hotel ließ uns erwarten, dass wir hier mindestens mit My Lady und My Lord (oder Sir oder sonstwas) angesprochen werden würden.

Schottisches Frühstück
"Mr Schrek" präsentiert das Frühstück!

Der elfenbeinfarbene Frühstückstraum war großflächig mit einem dicken, hellen Teppich ausgelegt, dass Frühstücksbuffet dafür weniger - wenngleich ich soviel Auswahl in Schottland nicht erwartet hätte. Uns wurde sogleich ein Plätzchen zugewiesen. Uns selbst einen Platz zu suchen wäre hier als Frevel gewertet worden. Das schickt sich nicht im Green Hotel. Mr Schrek (ich nenne ihn mal so) präsentierte uns ein großflächiges Sammelsurium an fettigen Gerichten. Das war dann doch etwas zu viel an diesem Morgen, insbesondere wenn man an das Fiasko des gestrigen Abends denkt. Ich bestellte mir (altersgemäß) ein Schälchen Porridge (Haferschleim), U.Schi startete den Tag mit Toast. Belegt mit feinstem Cheddar, Marmelade, Müsli und Obst. Ich erzähle das nur um euch zu zeigen, dass ein schottisches "Breakfast" viel zu bieten hat – denke aber doch irgendwie immer an Monty Python. Warum nur?

Generell möchte ich mal kurz einflechten, dass es im Green Hotel immer sehr nett war und täglich eine Überraschung auf uns wartete (Kongress der adipösen Schotten, Rockkonzert im hoteleigenen Musikclub etc.).

Edinburgh

Ach ja, das Wetter! Es war massiver Regen angesagt. Mist. Spontan überlegten wir uns, dass wir auf die Motorräder verzichten und uns dafür Edinburgh anschauen wollten. Ein sehr gute Idee. Der Bus fuhr direkt vor dem Green Hotel ab und brachte uns für ein paar Euro in die schottische Hauptstadt.  Auch Busfahrten sind auf Reisen ein gutes Mittel um das Land besser kennen zu lernen. Entspannt und zurückgelehnt genossen wir die Fahrt und bekamen unter Anderem auch die ländlichen Gegenden rund um Edingburgh zu Gesicht. Die Fahrt über die Forth Bridge war dabei sicherlich wieder ein Highlight.

Forth Bridge Edinburgh
Forth Bridge Edinburgh

Edinburgh erobert man zu Fuß. Relativ schnell erschließt sich dem Hobbytouristen, dass der zentrale Punkt das Edingburgh Castle ist. Das liegt auf einem Berg. Wandern ist angesagt. Vorbei am „Scott Monument“ latschen wir Richtung Burg. Über die „Playfair Steps“ überwinden wir einen Teil des Höhenunterschieds und landen letztendlich auf der „Royal Mile“. „Old Town“. So haben wir uns Edinburgh vorgestellt. Geil. Zur Rechten erblicken wir das Schloss. Der Rest sieht sehr alt aus und ist gespickt mit mittelalterlichen Gebäuden. Wir kommen uns fast schon wieder wie in einer Filmkulisse vor.

Zack! Düdelüt! Tröööööööt! - Ein Dudelsackspieler im traditionellen Kilt stimmt heimatliche Klänge an. Umringt von dem einen oder anderen Asiaten, der gerne ein Foto mit ihm machen möchte, spielt der Musikant fröhlich weiter. Es klingelt auch ordentlich in seinem Hut. Mehr wird man pro Stunde wohl auch nicht bei den Berliner Philharmonikern verdienen können. Ich nötige U.Schi sich zu dem Rockträger zu gesellen und so bekomme ich noch ein schönes Foto.

Rund um das Schloss ist natürlich alles voll mit Touristen. Nichts desto trotz kann man den bombastische Rundumblick auf Edinburgh genießen. Toll. In den traditionellen Gebäuden der Royale Mile sind diverse Attraktionen für uns Reisende untergebracht. Natürlich eine Destillerie mit angeschlossenem Spirituosen Geschäft, Souvenir Shops und Kilt Manufakturen. Ein Shop sticht besonders hervor, denn der bietet auf mehreren Etagen alles was das Touristenherz begehrt. Das komplette Trachten Outfit (in div. Clan Farben), Dudelsäcke, Schals, Pullover, Fahnen, Zeug, Kram, Tinnef u.v.m. Ich habe zwar den Namen vergessen, aber der Shop befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Schloss und lässt sich nicht verfehlen.


Den Rest der Royal Mile lassen wir uns selbstverständlich auch nicht entgehen und gucken in so manches Geschäft und die eine oder andere Kirche (die mittlerweile zum Teil für andere Zwecke verwendet werden, wie z.b. als Festivalcenter u.ä.). Diese Bauten...beindruckend und schön.


Da stört selbst der graue Himmel nicht mehr. Grauer Himmel? Wo bleibt der versprochene Regen? Es tröpfelte ein paar Minuten und das war`s. Merke: Die Wettervorhersage taugt nichts und der Regen belästigte uns auf dem Rest der Reise in Schottland so gut wie gar nicht mehr. Der Mai scheint eine gute Reisezeit zu sein.

 

Unsere Route in Edinburgh

Am Ende der Royal Mile biegen wir nach links ab. Jetzt geht es bergab – zum Glück nicht mit uns und so bummeln wir weiter zum Busbahnhof. Erschöpft, aber sehr zufrieden, fahren wir zurück nach Kinross. Sicherlich gibt es in Edinburgh noch so viel mehr zu entdecken, aber vielleicht reicht auch manchmal gerade eine überschaubare Anzahl an Eindrücken. Unsere sind, dass Edinburgh eine wunderschöne, außergewöhnliche Stadt mit starken Kontrasten zwischen moderne und traditionellem ist. Edinburgh sollte bei einer Schottlandreise auf jeden Fall besucht werden und wer schlau ist macht das wie wir mit dem Bus.

Loch Leven

 

Nach einer kurzen Rast in Kinross hörten wir Rufe aus der Garage. Die Triple und die Transalp wollen noch bewegt werden. Wir waren ja zum Motorradfahren hier. Die Runde die wir jetzt drehten zeigte uns viel von dem, was Schottland gerade für Motorradfahrer ausmacht. Wir wollten die Gegend rund um Loch Leven erkunden. Kleine, einspurige Singletracks, hügelige und kurvige Strassen, minimalster Verkehr, kleine Cottages, gelber, blühender Ginster und Schafe, viele Schafe, graue Wolken und blauer Himmel, kühler, frischer, Wind. Das fühlt sich toll an und macht auch rein fahrtechnisch wahnsinnig viel Spaß. Enge Strassen, die wellig und mit gut geschwungenen Kurven verlaufen sind einfach der Hammer, wenn man mit dem Motorrad unterwegs ist. Abschließend machten wir den Törn direkt am See entlang, wurden aber durch wahnsinnige Winde enorm abgelenkt, zumal die Straßen hier schon zweispurig verliefen und man aufpassen musste, dass man nicht auf die Gegenfahrbahn geriet. Eine wirklich schöne kleine Tour. Euch hätte sie auch gefallen.

Raj Mahal - Indisch Essen

Jetzt hatten wir natürlich einen wahnsinnigen Kohldampf , „zitterten“ aber doch etwas unruhig dem Abendessen entgegen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir in jedem Restaurant auf dieser Reise etwas leckeres zu Essen bekommen würden. Da ist Schottland besser, als sein Ruf!
Wir bummelten Richtung Kinross City und wurden von einem bunten Blinklicht angelockt, das auf einen asiatischen Lieferservice hinwies. Asiatisch Essen – Das wär`s jetzt. Wir schauten einfach mal durch das Fenster und stellten fest, dass es sich hier gar nicht um einen Lieferservice, sondern um ein Restaurant handelte. Das „Raj Mahal“ ist eine der besonderen Empfehlungen für euch, falls ihr auch diese Kurztour mit DFDS Seaways unternehmt. Es empfing uns ein gepflegtes, modernes Ambiente. Äußerst nette Kellner wiesen uns in die Speisekarte ein. Wir wählten, wie fast alle schottischen Besucher auch, das Büffet. Einmal bezahlen, viel Essen. Um es kurz zu machen: Alle Speisen waren toll gewürzt, das Ganze wirkte wie eine kulinarische Reise durch Indien. Wahnsinnig lecker, teilweise auch wahnsinnig scharf. Vortisch, Hauptgerichte, Nachspeise. Moderate Preise. Einfach prima. Auch hier kamen wir direkt wieder mit netten und offenen Schotten ins Gespräch, die Tipps gegen die Schärfe gaben (Cucumber!). Sind die Schotten am Ende die Kölner Großbritanniens?

Wow, das war wieder ein Tag vollgestopft mit Eindrücken ud Erlebnissen, einer richtig schönen Motorradtour und einem unglaublich leckeren Essen. Müde, ab ins Bett!

Das nächste Mal, im letzten Teil, geht es dann tatsächlich in die Highlands nach Glen Coe.
Das wird toll!
Bis dahin könnt ihr ja noch ein wenig in den Links stöbern oder hier Kommentare hinterlassen

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Kommentare: 7
  • #1

    Tom/Oggy (Donnerstag, 26 November 2015 11:45)

    Servus es zwoa,

    mal wieder ein klasse Bericht von dir. Edinburgh ist eine super Stadt. Gefällt mir super mit den dunklen Standsteinen die zum Teil schon schwarz vom Diesel sind.
    Die Geschichte der Stadt ist auch sehr interessant.
    Apropro. Edinburgh hat auch einen Dangeon die spitze ist. Ich gebe mir gerne die "Shows".
    In Hamburg und Amsterdam habe ich die auch schon besucht: http://www.thedungeons.com/edinburgh/en/

    Gruss aus R,
    Tom

  • #2

    Rossi (Donnerstag, 26 November 2015 11:49)

    Danke für den Tipp, Tom!

  • #3

    Angelika (Donnerstag, 26 November 2015 12:00)

    Großartig! Da kommen Erinnerungen an dieses mein Sehnsuchtsland hoch!

  • #4

    Polly (Freitag, 27 November 2015 08:55)

    Hallo Rossi!
    Wieder einmal tolle Bilder und ein schöner Text. Ich mag einfach still Deine Eindrücke genießen. Danke, dass Du mich mit auf die Reise nimmst. Ich liebe Schottland!!
    Polly

  • #5

    Timbo (Dienstag, 26 Januar 2016 21:31)

    Ich bin durch das honda-board auf deinen Blog geraten und muss ein großes Kompliment aussprechen, wirklich sehr interessant und lebhaft erzählt ich bin begeistert.
    Danke das Ihr mir eure Eindrücke auf dieser Reise näher gebracht habt.
    Schottland kommt auf jedenfall auf die Tourenliste!

    Mit freundlichen Grüßen
    Timbo

  • #6

    Rossi (Dienstag, 26 Januar 2016 21:53)

    Danke für das Kompliment Timbo!

  • #7

    Wibke (Sonntag, 28 Februar 2016 17:51)

    Wow, tolle Bilder. Und lustig scheint es ja in Schottland auch zu sein :-) Irgendwann muss ich auf jeden Fall auch mal dort hin...
    LG Wibke