Rossi checkt...Trial/2

Trial für Anfänger Part 2

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, die ersten Versuche auf der GasGas. Also so ein Gefährt macht wirklich Spass. Der Motor übernimmt wenig, der eigene Körper viel. Das kostet Kraft, viel Kraft. Ich will ja nicht übertreiben, aber schon das Ankicken und das ständige rumgestehe (ohne Sitzmöglichkeit) auf dem Bock, zieht ganz nebenbei die Energie aus den Oberschenkeln.

Erste Übungen

Klappt schon gang gut - Enge Kurven
Klappt schon gang gut - Enge Kurven

Trainer D. liess U.Schi und mich erstmal ein bisschen rumprobieren. Soweit so gut. Jetzt verlangte er auch noch Übungen von uns. Training. Wie Ihr Euch sicherlich denken könnt sind wir nicht gleich irgendwelche Felsen im 90Grad Winkel hochgefahren und mit lässigen Sprüngen auf alten Ölfässern gelandet. Die harte Anfängerrealität sind anders aus (wie Ihr u.A. auch auf dem Video sehen könnt). Kleine orange Hütchen aufgestellt und Kurven fahren geübt. Hört sich einfach an. Bei mir sah es aus, als ob ich in die Hose gemacht hätte. Wie so`n alter Mehlsack (und eigentlich kann ich mich ganz gut bewegen....) Linkskurve, Körper nach rechts bewegen, Schulterstand parallel zum Lenker und leicht in die Knie. Also ungefähr so. Wer denkt verliert und kippt um oder er bleibt, so wie ich, stehen und springt ab. Geht natürlich auch leicht, weil das Bike nichts wiegt und Mann/Frau es locker halten kann. Das Ganze haben wir ja auch auf dem Rasen gemacht, zur Risikominimierung. Ein bisschen Talentfrage scheint dass "Getraile" allerdings schon zu sein, denn U.Schi die früher Leistungsturnen gemacht hat sah wesentlich eleganter, als der Meister (also ich ;-) ) aus.

Der Körper ist King

Diese kleine Übung zeigte uns aber schon, wo das Wesen des Trialen liegt. Im eigenen Körper und dessen Beherrschung, die mit zunehmendem Alter und Gewicht nicht gerade leichter wird. Das Bike inkl. 250ccm Einzylinder ist hier nur das Hilfsmittel. Gewichtsverlagerung, Ausdauer und Kraft sind hier die Faktoren die an erster Stelle stehen (sage ich jetzt, ein Trial Profi kann Euch da bestimmt präzisere Infos geben).

 

Später sind wir dann noch über den einen oder anderen riesigen Ministein gefahren, haben kleine Hügel und enge Kurven genommen. Ein paar holprige Abfahrten und schlammige Pfade waren auch noch dabei. Alles Andere braucht Zeit. Ich würde vermuten sehr viel Zeit. Wir konnten noch einen 18jährigen Burschen beobachten, der schon seit 12 Jahre Trial fährt. Der konnte eine ganze Menge und das hat er uns gezeigt. Spielerisch die Felskombinationen hoch, hier gesprungen, da ein Stoppie, hier ein Wheelie. Toll und absolut beeindruckend!

Eigentlich ganz einfach!
Eigentlich ganz einfach!

Wheeeeelie!!!

Unser Highlight kam dann aber noch. Wieder zurück auf der Wiese nötigten U.Schi und ich unseren Trainer, ob wir nicht mal versuchen könnten einen Wheelie zu probieren. Das Anlupfen des Vorderrads ist nämlich beim Trial enorm wichtig, um Hindernisse zu überwinden. Absolut schmerzbefreit durften wir sein Mopped für diesen Unsinn verwenden. Ich hatte mir vorher schon ein kleines Technikvideo bei YouTube angesehen. Es war scheinbar das Richtige, denn D. bestätigte unser Vorgehen. Die Vordergabel reindrücken und beim Ausfedern, mit leichter Gewichtverlagerung Gas geben. Wohldosiert. Ungefähr so.

 

Als fleissige Leser habt Ihr ja schon letzte Woche U.Schis ersten Wheelie gesehen. Mag vielleicht lächerlich aussehen, aber bei mir war es ähnlich und das fühlt sich nicht lächerlich an, sondern sehr geil! Das Vorderrad steigt hoch und wenn man das vorher noch nie probiert hat, denkt man dass es einen in Richtung Himmel katapultiert. Gerade wenn man die 10cm Anlupfmarke übertrifft und sich den 75cm nähert wird man ganz kribbelig. Fühlt sich auf jeden Fall toll an und eigentlich hätten wir das noch gerne 10 Stunden geübt.

Warum nennt man mich jetzt eigentlich "Wheelie Wolle"?
Warum nennt man mich jetzt eigentlich "Wheelie Wolle"?

Anstrengend!

Was soll ich sagen? 2,5 Stunden waren rum und wir beide voll kaputt. Da ging nichts mehr. Keine Kraft, keine Kondition, kein Garnichts mehr...Empty.

Dann sollte man aufhören, was wir direkt gemacht haben.

Glücklich und um eine absolut tolle Motorrad-Erfahrung reicher gings nach Hause auf`s Sofa. Noch Tage später erinnerte uns ein deftiger Muskelkater an diesen Samstag.

Fazit

Trial ist ein toller Sport. Ich würde sagen man kann in jedem Alter damit anfangen. Alle die gerne Tricks auf dem Motorrad lernen sind hier richtig. Für jeden Alltagsfahrer bietet Trial eine Option die eigene Fahrkunst enorm zu verbessern, Sicherheit im Strassenverkehr zu erlangen und dem kindlichen Spieltrieb (über Stock und Stein) zu fröhnen. Eine Probetraining möchte ich jedem ans Herz legen. Nachteil ist natürlich schon, dass es die moderneren Maschinen fast ausnahmslos ohne Strassenzulassung gibt (bzw. man damit keine weiteren Strecken fährt). Möchte man diesen Sport betreiben benötigt man eine Trial Maschine und einen Anhänger (inkl. Zugfahrzeug). Das kostet Geld. Bekleidet sind die Sportsfreunde mit einem Jethelm, einer Jacke, fetten Stiefeln und einer Gymnastikhose, die im Zusammenhang mit Motorsport eigentlich ganz lustig aussieht (vlt. ein bisschen superheldenmässig :-) )

 

Uns hat das Trialen wirklich Spass gemacht, jedoch tendieren wir ein bisschen mehr in den Enduro Bereich. Hier wird etwas schneller gefahren und die Motorräder können auch für normale Fahrten verwendet werden.

Auf jeden Fall freuen wir uns auf mehr Wheelies im Wald :-)

 

Oh, vlt. checken wir nächstes Jahr mal eine Wheelie Schule...

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