Über die Anden bis ans  Ende der Welt

Worum gehts?

Über die Anden bis ans andere Ende der Welt
Mit freundlicher Genehmigung des Dumont Verlages

Im Winter „lese ich ja lieber Motorrad“, als das ich fahre. Meine Gattin schenkte mir glücklicherweise den Reisebericht „Über die Anden bis ans Ende der Welt – 8.000 Kilometer Motorrad extrem“ zu Weihnachten.

 

Bei Thomas Aders Werk handelt es sich um ein persönliches Tagebuch, das zur seiner ARD Dokumentation eines Motorradabenteuers von Peru nach Feuerland erschienen ist.

Thomas Aders, der als Korrespondent der ARD in Südamerika arbeitete, unternahm diese abenteuerliche Tour mit einem „Local Guide“, der sicherlich auch dafür sorgte, dass die interessantesten und spannendsten Orte auf dieser Route angesteuert werden konnten.

 

Nicht verschweigen sollte man allerdings auch, dass ein Team von insgesamt ca. 12 Personen an den ARD Aufnahmen beteiligt waren.

Also fette Produktion mit Jeeps und riesigen Kamerakränen und allem dazugehörigen Pipapo, wie wir es von "longway round" kennen.

Man könnte sagen, dass ich als GEZ Zahler und (ihr natürlich auch) die Reise/Dokumentation finanziert haben ;-)

 

Dafür bekommen wir aber auch etwas: Einen schönen und interessanten Bericht über einen für mich relativ unbekannten Kontinent. Als besonderen Bonus für mich und zufällig, las ich das Buch zu dem Zeitpunkt, als die Dakar Rallye stattfand.

Die im Buch beschriebene Tour nimmt zum Teil die gleiche Route, wie dieses sagenumwobene Rennen. Ich hatte zum Beispiel noch nie etwas über den Salar de Uyuni, den größten Salzsee der Erde gehört. Wie doof von mir... Schwups, las ich Thomas Aders Bericht über seine Überquerung und verfolgte parallel Matthias Walkner, einen österreichischen Motorradfahrer, bei seinen Versuchen diese Etappen der Dakar Rally unbeschadet zu überstehen. Das war spannend und unterhaltsam zugleich.

Warum es sich lohnt das Buch zu lesen:

Thomas Aders ist in erster Linie Journalist und nicht Motorradfahrer. Und das merkt man diesem Buch an, denn es ist hervorragend geschrieben und angenehm zu lesen. Aders hat einen schönen Schreibstil, der oft zum Schmunzeln anregt. Das macht Spass. Der Mann weiss wie man schreibt, und liefert mit seinem Werk eine tolle stilistische Alternative zu vielen Reiseberichten, die von „reinen“ Motorradreisenden zusammengezimmert werden. Diese Bericht wo sich die eigenen Gehirnwindungen verdrehen und man lieber Fotos der jeweiligen Reise betrachten würde, es dann aber doch liest, weil Motorradreiseberichte immer gut sind ;-)

Bei über die Anden bis ans Ende der Welt handelt es sich sozusagen um ein richtiges Buch. Eine schöne Bettlektüre o.ä.

Was steht drin?

In der Hauptsache ging es dem Team ja darum einen Filmbericht über ihre Reise zu machen. Dies beinhaltet, dass möglichst schöne, spektakuläre Bilder erstellt werden sollten. Dementsprechend wurde wohl auch die angesteuerten Ziele ausgewählt (was dem Buch aber keinesfalls schadet).

Peru, Bolivien, Chile, Feuerland – So lautet die Route dieser 8.000 Kilometer langen Reise, die die beiden Protagonisten auf zwei Honda Falcons (250 ccm) unternahmen. Thomas Aders ist ein Südamerika Fachmann und so erfährt man viel über die Kultur, die Menschen, die besonderen Plätze und das Leben in Südamerika (zumindest an der Westküste). Für jemanden wie mich. Der noch nie diesen Kontinent besucht hat und wenig über diese Länder weiss, ist die Lektüre eine wirkliche Bereicherung gewesen. Es geht auch um Sandsurfen, catchende Frauen, Männer die einen Berg weiss anmalen u.v.m.

Klingt gut, oder?

Gegen Ende wird das Buch für mein Empfinden ein wenig schwächer. Vielleicht war der Autor erschöpft oder er musste einen neuen Job antreten ;-)

Fazit

Ein absolut lesenswerter Reisebericht für alle Motorrad Reisenden und Südamerika Interessierten. Kaufen, Lesen, Spass haben.

 

Erschienen 2013 bei Dumontreise.

303 Seiten

Taschenbuch - € 14,90

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Lucas Mehnert (Donnerstag, 07 Januar 2016 07:31)

    Scheint ja wirklich ein interessantes Buch zu sein! Werde es mir mal zulegen :)

  • #2

    Franz Schneider (Montag, 30 Mai 2016 20:22)

    Vielen Dank für die Empfehlung, leider bin ich zu so etwas noch nicht gekommen. Die Vielseitigkeit des Buches gefällt mir sehr.

  • #3

    Marco (Freitag, 24 Juni 2016 11:55)

    Endlich mal eine gute Investition meiner GEZ Gebühren! WOW - was ein Abenteuer!